Ausstellung »Manifest: KassÁk!« im Collegium Hungaricum Berlin
Lajos Kassák (1887-1967) ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der ungarischen Kultur des 20. Jahrhunderts. Mit ihm ist ein neuartiger Künstlertypus in Erscheinung getreten: souveräner Künstler, unermüdlicher Organisator und Networker, unbeirrbarer Akteur des öffentlichen Lebens in einer Person. Sein Lebenswerk ist gleichermaßen durch seine Offenheit gegenüber progressiven künstlerischen Tendenzen, wie durch sein gesellschaftliches Engagement gekennzeichnet.
In der Ausstellung von Memetics können die wesentlichsten Stationen von Kassáks Leben interaktiv erkundet werden: die Suche des jungen Dichters nach avantgardistischen Ausdrucksformen und der sich während der Räterepublik in 1919 entfaltende künstlerische Aktivismus. Die Jahre des Wiener Exils (1920-1926), in denen Kassák sein internationales Beziehungssystem ausbaute, sowie die Zeit nach seiner Rückkehr nach Ungarn, als er die neue Rolle der Kunst in der modernen Werbegrafik, der Arbeiterbildung und in der Soziofotografie fand. Schließlich die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, seine öffentliche Rolle in den Koalitionsjahren zwischen 1945 und 1948 sowie die Jahre seines inneren Exils während des 1950er Jahre.
Lajos Kassák war Schriftsteller, Dichter, bildender Künstler, Redakteur von Zeitschriften, aber vor allem visionärer Mensch, der Kunst als ernsthafte Arbeit auffasste und keine Kompromisse in der Einforderung seiner Überzeugung kannte: „Der neue Mensch ist nicht dazu da, um sich anzupassen, sondern um Stellung zu beziehen."
Details beim Collegium Hungaricum Berlin.

