Media Performances
Ars Electronica Futurelab
Einige Beispiele aus dem Produktportfolio:
Il Mondo della Luna
In die medienkünstlerische Gestaltung der konzertanten Aufführung von Haydns "Il mondo della luna" werden Dirigent, Orchester und Solisten nicht nur indirekt, sondern aktiv eingebunden. Auf diese Weise wird das Spektrum der dem Dirigenten und dem einzelnen Musiker zur Verfügung stehenden Ausdrucksmittel um eine visuelle Komponente erweitert. Eine in Echtzeit generierte Bildwelt ergänzt sich mit der durch die Musiker erzeugten Klangwelt im Konzertsaal zu einem interaktiven multisensorischen Wahrnehmungsraum. Die dreidimensionale Visualisierung dient dabei als Trägermedium für eine zusätzliche Erzählebene. Die musikalische Interpretation erreicht das Publikum durch die unmittelbare Kopplung an die virtuelle Inszenierung über außergewöhnliche - vorrangig emotionale - Kanäle und erschließt damit neue Zugänge zu Haydns Komposition und dem Stoff der Oper.
The Peonny Pavillion
Aufführung einer innovativen Fusion aus chinesischer Kunqu Oper und aktuellen medienkünstlerischen Ansätzen.
In der Bearbeitung des „Interrupted Dream“ wird eine dreidimensionale virtuelle Bildwelt erzeugt, die mit der im Saal entstehenden Klangwelt in Verbindung steht. Gesang und Darstellung der Performer auf der Bühne bilden einen integralen Bestandteil der stereoskopisch projizierten Visualisierung, die das Stück durch eine zusätzliche narrative Ebene ergänzt. Ihre Repräsentationen im 3-D Raum interagieren mit der künstlichen Umgebung, die überwiegend aus musikalischen Impulsen generiert wird.
Le Sacre du Printemps
Mit der Bearbeitung von Strawinskys Le Sacre du Printemps wird die ursprüngliche Idee vom Ars Electronica Futurelab wieder aufgegriffen, Musikstücke zu visualisieren, die von vornherein für die Bühne, d. h. mit bildhaften visuellen Komponenten, angelegt waren. Erneut schafft ein an musikalische Impulse gekoppelter 3D-Raum den Rahmen für eine Erzählstruktur, in diesem Fall in Kombination mit den Ausdrucksmitteln des Tanzes. Bei derartigen crossmedialen Projekten treffen nicht nur unterschiedliche Technologien und Kunstgattungen aufeinander, sondern auch Persönlichkeiten und Herangehensweisen, wodurch auch neue Methoden der Zusammenarbeit entstehen.
Bei Le Sacre du Printemps war es der Medienkünstler, Regisseur und Komponist Klaus Obermaier, der gemeinsam mit dem Team des Ars Electronica Futurelab die entsprechenden Gestaltungsmittel identifizierte und ein Auffürungskonzept für das Stück entwickelte. Klaus Obermaier erarbeitete daraufhin mit der Tänzerin Julia Mach und dem Team des Ars Electronica Futurelab die unterschiedlichen Elemente und setzte sie zu der endgültigen Performance zusammen. Das Projekt bündelt die gesammelten Erfahrungen aus den vorhergegangenen Arbeiten, den interaktiven Visualisierungen und konkret der Tanzperformance Apparition von Klaus Obermaier, die ebenfalls mit dem Ars Electronica Futurelab verwirklicht wurde, und generiert so ein komplexes Netzwerk, das die Palette computertechnisch unterstützter Ausdruckmittel stetig erweitert.
Diese aktuellen und teils zukunftsweisenden Ansätze treffen im Fall von Le Sacre du Printemps auf einen sehr traditionellen klassischen Stoff, dessen musikalische Sprengkraft in dieser künstlerischen Auseinandersetzung nicht nur visualisiert, sondern um weitere Erfahrungsebenen ergänzt wird.
Die »Auferstehungssinfonie«
Am 1. Januar 2006 wurde der wdr 50. Zum Start in das Jubiläumsjahr lud der Sender sein Publikum zu einem außergewöhnlichen Kulturerlebnis ein.
Das WDR Sinfonieorchester Köln unter Leitung von Chefdirigent Semyon Bychkov und der renommierte österreichische Medienkünstler Johannes Deutsch sowie das Ars Electronica Futurelab verschmelzen Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 2 c-moll als Ausdruck unserer Zeit zu einer multimedialen Aufführung. Ob daheim vor dem Fernseher oder im Konzertsaal der Kölner Philharmonie: Zuschauerinnen und Zuschauer tauchen in eine virtuelle, dreidimensionale Welt ein, in der Mahlers berühmte Auferstehungssinfonie mit Hilfe modernster Computertechnik visuell gestaltet wird.

